Zurück zur Übersicht
7. Dezember 20224 Min LesezeitPedi MatthiesPraxis & Methoden

Jemanden zur Therapie bewegen

Du machst dir ernsthaft Sorgen um ein Familienmitglied, einen Freund oder eine Bekannte?

Du machst dir ernsthaft Sorgen um ein Familienmitglied, einen Freund oder eine Bekannte? Du vermutest, dass ein psychisches Thema der Grund ist, warum derjenige der dir Sorgen macht, sich komisch benimmt, völlig antriebslos ist oder in letzter Zeit nur noch schlecht gelaunt ist? Vorweg: ein schwieriges Thema, das mit viel Fingerspitzengefühl angegangen werden muss und leider, meistens nicht von Erfolg gekrönt ist! Merke! Es kann auch sein, dass eine physische Erkrankung der Grund für das komische Verhalten ist. Die meisten körperlichen Erkrankungen zeigen nämlich auch Symptome im psychischen Bereich. Also, bevor du jemanden direkt auf eine Therapie ansprechen möchtest, solltest du erstmal die Gelegenheit suchen um aufmerksam zuzuhören und danach schauen, was wirklich los ist. Das kann manchmal ein bisschen wie Detektivarbeit aussehen. Hat dein Mensch Schmerzen? ...vielleicht Corona gehabt? Gab es einen Unfall? Versuche zu verstehen, was die Auslöser für das ungewöhnliche Verhalten sind. Natürlich ist hier der Hausarzt der richtige Ansprechpartner. Es ist meistens etwas einfacher jemanden davon zu überzeugen, dass es gut wäre, einen Arzt aufzusuchen, als einen Psychotherapeuten. Gute Hausärzte erkennen auch psychische Symptome. Wenn du allerdings vermutest, daß es sich um ein reines psychisches Problem handelt, solltest du bedenken: • Oftmals merken Betroffene nicht, dass irgendwas mit ihnen nicht stimmt. Sie sind sich ihres Leides nicht bewusst und funktionieren einfach irgendwie. • Niemand möchte auf seine Defizite angesprochen werden, oder bloßgestellt werden! Auch wenn du es gut meinst, kann es schnell passieren, dass der Betroffene sich schämt, verlegen wird und sofort jedes weitere Gespräch in dieser Richtung abblockt. Die Einsicht, dass man Hilfe braucht ist eine große Hürde. Zur Therapie zu gehen, bedeutet in unserer heutigen Leistungsgesellschaft, dass man schwach ist und sein Leben nicht alleine geregelt bekommt. Solange der Leidensdruck der betroffenen Person noch nicht groß genug ist und der Alltag einigermaßen funktioniert, ist die Motivation bei betroffenen Menschen nicht vorhanden, etwas zu ändern. Drohungen funktionieren nicht! „Lass´ dir endlich helfen!" „Du brauchst einen Psychologen!" Und ähnliche Sprüche bewirken, dass derjenige zu macht und das Gespräch abbricht. Wie kann es funktionieren? Um einen Gesprächstermin bitten. Vereinbare mit deinem Partner, oder Freundin einen richtigen Termin. Sage, dass du ein Anliegen hast, das du gerne in Ruhe besprechen möchtest. Sorge wirklich dafür, dass die Atmosphäre entspannt und friedlich ist und dass ihr genügend Zeit habt, euch auszutauschen. Spreche in „ich-Botschaften": „ich habe gesehen, du wirkst unkonzentriert und hast tiefe Augenringe. Ich mache mir Sorgen um dich. Ich weiß nicht, wie ich dir helfen kann, aber ich glaube es gibt Menschen, die sich mit sowas auskennen. Wie wäre es für dich, darüber nachzudenken, dir professionelle Hilfe anzunehmen?" Wenn dein Mensch sich öffnet, höre einfach zu und vermeide gute Ratschläge, wie „das wird schon wieder". Frage nach Symptomen und möglichen Ursachen. Psychische Probleme in einen größeren Kontext bringen: etwa die Hälfte aller Deutschen brauchen einmal im Leben therapeutische Unterstützung. Auch Depression ist eine Erkrankung, die geheilt werden kann. Erwarte nicht sofort eine Zusage. Gib deinem geliebten Menschen Zeit sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Nerve nicht mit Sätzen wie diesem: „Und, hast du jetzt endlich einen Therapieplatz?" Biete deine Unterstützung an, wenn dein Mensch dazu bereit ist, zu helfen einen geeigneten Therapeuten zu finden. Manchmal ist die Hürde nicht so hoch, wenn man ein Coaching vorschlägt. Das ist vielleicht erstmal ein Zwischenschritt. Manchmal ist es gut, einen Brief an den Menschen zu schreiben, der einem Sorgen macht. Auch hier bitte ich-Botschaften anwenden. Sei ein guter Freund! Sei einfach für deine Person da, aber teile ihr auch mit, wenn du dich von dem was erzählt wird überfordert fühlst. Ausnahme! Der oder die Betroffene ist suizidal! ...spricht davon sich das Leben zu nehmen, verletzt sich selbst oder andere. Sofortige Hilfe ist hier wichtig. Spreche die Person direkt darauf an, sage dass du mit der Situation überfordert bist und rufe den Rettungswagen (112) oder die Polizei (110) mit dem Hinweis, dass Selbsttötungsgedanken geäussert wurden, oder andere verletzt wurden. Lasse bitte den Betroffenen NICHT alleine, bis professionelle Hilfe vor Ort ist. Spreche ruhig und verständnisvoll mit demjenigen, aber bitte keine Aufmunterungsversuche oder Überzeugungsversuche unternehmen. Betroffene befinden sich in einem absoluten Ausnahmezustand und können auch sehr verletzend in dem sein, was sie in diesen Momenten sagen. Nimm das nicht persönlich. Vielleicht stellt es sich heraus, dass deine Person sich von dir direkt in eine Psychiatrische Ambulanz fahren lässt. Wenn es zu einer scheinbaren Entspannung der Situation gekommen ist, kann es sein, dass der Betroffene dieses vortäuscht, um sich dann doch das Leben zu nehmen. Bitte stelle sicher, dass hier professionelle Hilfe ankommt! Bedenke: Sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht ist unglaublich schwierig und eine Riesenhürde! Aber! WENN du alle deine Überzeugungskünste angewendet hast, Einsicht hervorgerufen hast und Motivation geschaffen hast, hast du ein großes Werk vollbracht und jemandem wirklich geholfen.

Du erkennst dich in diesen Zeilen wieder?

Lass uns in Steinau, Siegburg oder Online über deine Gedanken sprechen.

Erstgespräch Anfragen

Bereit für den ersten Schritt?

Das erste Gespräch ist kostenlos, unverbindlich und dauert nur 20 Minuten. Du musst nichts vorbereiten – einfach so kommen, wie du gerade bist.

Heilpraktikerin eingeschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie · Steinau an der Straße & Siegburg · Online deutschlandweit

Wichtiger rechtlicher Hinweis (Heilmittelwerbegesetz – HWG): Ich bin Heilpraktikerin, eingeschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie (nach dem Heilpraktikergesetz). Meine Arbeit stellt kein Heilversprechen dar und garantiert keine Linderung. Sie ersetzt im Bedarfsfall keine ärztliche oder psychiatrische Diagnose, keine neurologische Abklärung und keine medikamentöse Behandlung durch approbierte Fachärzt:innen. Die Entscheidung, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, liegt in deiner Eigenverantwortung.

Wichtiger Hinweis: Schwere Depressionen, psychische Erkrankungen mit Psychosen, Demenzerkrankungen und delirante Symptome gehören in die Hände von Fachärzt:innen. In einer akuten Krise oder bei Suizidgedanken wende dich bitte sofort an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117), den Notruf (112) oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111 – kostenlos, rund um die Uhr).

DEIN RAUM

ACHTSAMKEIT & DATENSCHUTZ

Wir nutzen notwendige Dienste für einen sicheren Betrieb – und optionale Dienste nur mit deiner Zustimmung.

Du entscheidest bewusst: alle zulassen oder nur das Notwendige?